Japangarten

Der Japangarten in der Feldberger Seenlandschaft

Auf den ersten Blick mag der Garten dem westlichen Blick kompliziert erscheinen. Doch das ist nur dem ungeübten Auge geschuldet. Japanische Gärten sind hintersinnig und verwinkelt in ihrer Bedeutung, denn als Abbilder der lebendigen Natur in Miniaturformat spiegeln sie die Vielfalt wider.

Der einzigartige Charakter des Gartens zeigt sich auch in der durchstrukturierten, tadellosen Planung. Jedes Detail ist auf das Gesamtbild abgestimmt. Der japanische Garten ist in mehrere kleine Bereiche aufgeteilt. Dadurch entsteht eine Weitläufigkeit gleich einer optischen Täuschung. Der Garten wirkt größer, als es die Gesamtheit seiner Teile erwarten lässt.

Durch die gewiefte räumliche Anordnung wird der Blick des Besuchers auf bestimmte Punkte gelenkt. Je nach Blickwinkel eröffnen sich dem Betrachter unterschiedliche Landschaften. Holprige Wege geleiten Besucher in die verschiedenen Bereich, um zum Verweilen und Nachsinnen einzuladen. Das Ende der Wege ist verdeckt, um Geheimnisse zu bewahren. Der Weg muss zuende gegangen werden, um hinter die Geheimnisse zu gelangen und Einsicht zu gewinnen. Ebenso ist es wichtig, dass das Ende des Weges nicht schon vom Anfang zu sehen ist. Nur das Bezwingen des Weges führt zum Ziel. Auch hier zeigt sich die japanische Philosophie in Reinkultur.

Die natürlichen Elemente des Gartens haben besondere Bedeutungen. So steht der Bambus zum Beispiel für die Biegsamkeit, während der Kirschbaum das Leben und die Vergänglichkeit repräsentiert. Die Kirschblüte, die Sakura, wird in Japan geradezu kultisch verehrt und im Frühling mit einem großen Fest gefeiert. Auch Kiefern sind unverzichtbar für den Garten, verkörpern sie doch Langlebigkeit und Beständigkeit. Die Komposition der natürlichen Elemente wird mit einem bewussten Auge gestaltet.

Vier Elemente kennzeichnen den Japangarten: Stein, Moos, Wasser und Pflanzen bzw. Bäume. Die Steine werden bewusst ins Ensemble integriert, damit sie wirken, als hätten sie sich seit Ewigkeiten nicht bewegt. Bestimmte Merkmale finden sich immer wieder. So gestalten kleine Springbrunnen, Bachläufe und Steinlaternen das Bild und gemahnen an die Verwobenheit in der Welt. Das entspricht der eigenwilligen japanischen Philosophie. Der Garten existiert in perfekter Harmonie und verströmt meditative Ruhe. Er transportiert eine klare Botschaft: Die weltlichen Sorgen bleiben außerhalb des Gartenreichs. Der Besucher verschreibt sich ganz der Betrachtung, findet zu sich und denkt im Einklang mit der Natur.

Das Konzept des japanischen Gartens findet sich hübsch zusammengefasst im "Sakuteiki": „Wähle ein Plätzchen innerhalb des Anwesens in Übereinstimmung mit der Form des Geländes und der Teiche und schaffe eine feine Stimmung, indem du dir die Erinnerung an die ungestaltete Natur wieder und wieder ins Gedächtnis rufst!“

Ab Mai 2018 werden jeden Mittwoch Führungen angeboten.
Anmeldungen bitte über die Touristinformation Feldberg.

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Bau & Entstehung Japangarten
Bau & Entstehung Japangarten

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Garten
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Veranstaltungen
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Nacht im Japangarten
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